Batschka-Reise 2014 - Eine Reise im Gedenken an die schlimmen Ereignisse vor 70 Jahren

 

 

 

 

Zusammen mit weiteren 46 Seelen machten wir uns in der zweiten Oktoberwoche 2014 auf die 8-tägige Reise in die Batschka, um unsere alte Heimat bzw. die Heimat unserer Ahnen wieder zu sehen und der 70-jährigen Wiederkehr der Vertreibung und der Leiden unserer donauschwäbischen Landsleute in den Todeslagern zu gedenken.


Nach einem verregneten Sommer strahlte die Sonne über der Batschka, und die Bauern fuhren mit hoher Betriebsamkeit ihre Ernte an "Kukurutz" und Zuckerrüben ein. Unsere Reisegruppe genoss die idealen Wetterbedingungen, um vom "Basislager" Werbas ausgehend Tagestouren nach Kutzura, Kischker, Altker, Jarek, Apatin, Sombor und Neusatz (Novi Sad) zu unternehmen.



Andacht (mit Pfr. Iviciak) und Kranzniederlegung an der zukünftigen Gedenkstätte

bei den Massengäbern des Vernichtungslagers Jarek


Ein Höhepunkt der Reise waren der ökumenische Gottesdienst in der Karmelitenkirche des "Heiligen Königs Stephan" in Sombor und die Feierstunde an der donauschwäbi- schen Gedenkstätte in Gakowo, beide unter großer Beteiligung der lokalen Bevölkerung und hochrangiger Vertreter der Kirchen und der Politik. Moderiert von Herrn Anton Beck, dem Vorsitzenden des Deutschen Vereins "St. Gerhard" in Sombor, sprachen der Ober- bürgermeister von Sombor, Herr Sasa Todorovic, der Präsident des Parlaments der Vojvodina, Herr Istvan Pasztor, und der Vorsitzende der Landsmannschaft der Donau-schwaben in Deutschland, Herr Hans Supritz.


Eine zentrale Aussage der Rede des Parlamentspräsidenten war ein Zitat aus der Erklä- rung des Parlamentes der Vojvodina, dass es keine Kollektivschuld und keine kollektiven Verbrechen gebe. Jeder Täter habe ein Gesicht und einen Namen. Herr Supritz betonte in seinem Beitrag, dass der Prozess der Verständigung unumkehrbar sein müsse.



Präsident Pasztor bei seiner Anspache


Vielen aus unserer Gruppe gelang es im Laufe der Reise, ihre Elternhäuser zu finden. Einige stießen auf Zurückhaltung der heutigen Bewohner, andere auf große Gast- freundschaft. In Werbas empfing uns der Bürgermeister, Herr Dr. Kazic, mit der Bemer- kung, wir seien keine Gäste - vielmehr begrüße er uns in unserer Heimat.


Es war bemerkenswert zu sehen, welches Netzwerk zur Völkerverständigung Herr Lahr in den letzten beiden Jahrzehnten aufbauen konnte. Beispielhaft überreichte er von den in unserer Reisegruppe gesammelten 1200 EURO jeweils 400 EURO an vertrauenswürdige Personen, die diese Spenden an bedürftige Donauschwaben in Sombor, Kischker und Jarek verteilen werden.



An der Gedenkstätte Gakowo niedergelegte Kränze

(u.a. auch von unserer Reisegruppe)


Ganz herzlich danken wir im Namen der Teilnehmer dem Organisator der Reise, Herrn Robert Lahr aus Kutzura, und seinen "Mitarbeitern", Herrn Erich Gerber aus Kischker, Herrn Dr. Norbert Majlath aus Mali Idos, den Dolmetscherinnen Frau Erika Porta aus Kikinda und Frau Andrea Ador aus Werbas. Das Organisationsgeschick und der un- ermüdliche Einsatz dieser Gruppe waren außergewöhnlich. So wurde diese Gedenkreise trotz der immer wieder aufbrechenden seelischen Wunden zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle Teilnehmer.

                                                      Text: Karl Liebmann und Armin Haas

                                                      Fotos: Erich Gerber