Unsere Ahnen von Theresia Mahler

Vor fast 200 Jahren zogen sie aus, sie verließen Heimat und Elternhaus,

sie suchten Arbeit, sie suchten Brot, in Deutschland herrschte bittere Not.

So zogen sie in ein fernes Land, das ihnen fremd und unbekannt.

Auf der Donau entlang nach vielen Tagen,

kamen sie dahin, wo Prinz Eugen die Türken geschlagen.

Was sie hier fanden war öde und leer, das Leben war hart und das Leben schwer.

Viele der ersten fanden bald den Tod, die zweiten die Not und die dritten erst Brot.

Durch Fleiß und Arbeit haben sie es geschafft,

aus einer Wüste die Kornkammer Europas gemacht.

Und wir, die Nachkommen, sind stolz auf sie, sind heute noch dankbar für ihre Müh.

Wir erlebten dort eine schöne Zeit in Eintracht und Zufriedenheit.

Wir haben als Kinder gespielt und gelacht, in unsrer Jugend viel` schöne Stunden verbracht.

Und als die große Wende kam, da man uns unsre Heimat nahm -

wir mussten Abschied nehmen für alle Zeit, die Reise war hart, der Weg war weit.

So zogen wir Land auf Land ab, bis man uns wieder eine Heimat gab.

Durch zähen Fleiß konnten wir sie uns bahnen, eine schöne Heimat, wie unsre Ahnen.

 

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HISTORIE  

Die Gemeinde Kischker entsteht wieder neu 1786 während der Herrschaft des Kaisers  Joseph II. Er, der österreichisch-ungarische Monarch, siedelt in einer dritten Kolonisten-bewegung Menschen aus mehreren deutschsprachigen Gebieten in der Batschka an. 

 

Kischker ist nach Torschau (1784), Tscherwenka (1784) und Neu-Werbas (1784/85) die vierte der rein deutschen und rein protestantischen Ansiedlungen in der Batschka. Darin unterscheidet es sich von anderen Gemeinden, die z. T. ein ziemliches ethnisches Gemisch darstellen. Beispielhaft sei hier die Gemeinde Werbas genannt. Ist es die Vision des Kaisers oder die seines führenden Hofstaates? Auf alle Fälle sind in Kischker außer Deutschen keine anderen Volksangehörigen und außer der protestantischen Kirche keine anderen Religionen vertreten. Die Ansiedler kommen vorwiegend aus Baden, aus dem Elsaß, aus der Pfalz, aus Hessen und Franken. Gründe, die bisherige Heimat zu verlassen und das Abenteuer der Auswanderung zu wagen, gibt es viele, u. a. große Armut oder zu wenig Lebensraum. 

 

Die Siedlungsform ist das für die Batschka typische Gassendorf. Man erkennt auch heute noch die ursprüngliche Form mit dem geschlossenen Ortsbild, den großzügig angelegten Grundriss mit der von Haus zu Haus 40 m breiten Hauptgasse und der ebenso breiten Hauptkreuzgasse. Die weiteren Längsgassen und die rechtwinklig dazu verlaufenden Quergassen - alle 30 m breit - teilen das ursprüngliche Dorf in 16 Quadrate auf.

 

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                         Dorfanlage und Flureinteilung

 

 

 

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                                      Der Haustyp

 

 

 

 

 

 

Die Namen der Batschka-Gemeinde Kischker/Kleinker

 

1786 - 1918    Kiskér (ungarisch, gesprochen: gischgeer), auf Deutsch: Kleinker  

1918 - 1922    Maliker (serbisch) 

1922 - 1928    Pribicevicevo (serbisch, nach einem Minister Pribicevic) 

1928 - 1941    Backo Dobro Polje (serbisch) 

1941 - 1944    Kiskér (ungarisch) 

1944 - heute   Backo Dobro Polje (serbisch)

 

Kischker heute

 

Kischker ist heute nicht mehr das, was es einmal war, was es bis 1944 war. Zu vieles hat sich verändert, zum Negativen verändert. 

 

Neue Bewohner - vorwiegend aus Montenegro und Bosnien - werden von der kommunis-tischen Verwaltung ab Ende 1944 in Kischker untergebracht. Sie können aber mit der vorhandenen Kultur offensichtlich nichts anfangen, und statt Erhaltung ist Niedergang angesagt. Über 200 Häuser werden vernichtet. Das daraus "gewonnene" Holz dient als Brennmaterial, andere Teile benutzt man zum Aufbau des Parteihauses im Ortszentrum. 

 

Der Ort hat viel von seinem charakteristischen Bild verloren. Das Zentrum mit Kirche, Pfarrhaus, Gemeindehaus, Notarhaus und Schulgebäuden ist nicht mehr erhalten. So wurde z. B. die Kirche, nachdem man sie zwischenzeitlich als Lagerhaus nutzend zur Ruine verkommen ließ, im Jahre 1979 nach Sprengung restlos beseitigt.

 

 

 

 

 

Selbst auf dem Friedhof lässt man die Verstorbenen nicht in Würde in ihren Gräbern ruhen. Viele Grabstätten werden geschändet, zerstört. 

 

Von der ehemals rein deutschen Bevölkerung (rund 3700 Einwohner) ist heute (2016) nur noch ein Nachkomme in Kischker ansässig. Die landwirtschaftlichen und gewerblichen Betriebe, die den Ort einstmals prägten, sind verschwunden, ebenso die meisten Geschäfte, eigentlich die gesamte Infrastruktur. 

 

Kischker - Backo Dobro Polje, wie es nun heißt - ist mehr oder weniger ein verschlafenes Nest, ein Ort ohne Leben.

 

Die heutige "Verwaltung" der ehemaligen Gemeinde Kischker besteht aus dem "Heimat-ortsausschuss Kischker" mit Andreas Klein an der Spitze.

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GEOGRAPHIE

 

Kischker  (1786 Klein-Ker) - heute heißt der Ort Backo Dobro Polje - liegt in der mittleren Batschka in der Vojvodina in Serbien zwischen den Flüssen Donau und Theiß und etwa 30 km nördlich der Stadt Neusatz/Novisad.  

Die genaue geographische Lage ist 45°29' nördliche Breite und 19°41' östliche Länge und 80 m über NN. 

Drei bedeutende Verkehrsadern berühren Kischker: im Westen in 2.600 m Entfernung die Bahnlinie Budapest - Belgrad, die Hauptverkehrsstraße Werbas - Neusatz, die mitten durch Kischker geht und im Osten in 2.500 m Entfernung, die Europastraße 75, die von Budapest kommend bis nach Athen führt - mit Zu- und Abfahrten in Werbaß und Altker.

  

                                                         Klein-Ker = Kischker