Kischker  (1786 - 1944)                                              ein donauschwäbischer Ort in der Batschka. 
Heute:  
Bačko Dobro Polje in der Vojvodina      
Unsere Untertitel             © 2025 - 2026 Alle Rechte vorbehalten 

      • 02 •  Aktuelles - Veranstaltungen 

  • 2.1  Aktuelles 
  • 2.2  Veranstaltungen  
  • 2.3  Ahnendenkmal in Kischker
  • 2.4  Kischker-Gedenkstein in KA-Neureut
  • 2.5  Kischkerer Heimatlied
  • 2.6   - 2019 -   75 Jahre nach Flucht und Austreibung

 

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2.1  AKTUELLES 



Jubiläum: 240 Jahre Gischgeer – Erinnerung und Vermächtnis 



Liebe Landsleute, liebe Freunde, liebe Kischkerer,

im Juli 2026, blicken wir auf ein besonderes Jubiläum zurück. Genau 240 Jahre ist es her, dass im Juli 1786 die Besiedlung unserer unvergessenen Heimatgemeinde Kischker (damals Königreich Ungarn) ihren Abschluss fand. Wir erinnern an ein bewegtes Kapitel donauschwäbischer Geschichte. Es ist eine Geschichte von Mut, Aufbau, aber auch von tiefem Leid.

Wenn wir 240 Jahre zurückschauen, sehen wir rund 230 protestantische Familien. Sie verließen damals ihre Heimat in Baden, Franken, dem Elsass, in Hessen und der Pfalz. Unter Kaiser Joseph II. wagten sie den Aufbruch in das Ungewisse. Sie kamen in die Batschka, um sich eine neue Existenz aufzubauen.

Was sie schufen, war meisterhaft. Bis zum Juli 1786 erbauten diese deutschen Kolonisten ein Dorf, das in seiner Form einmalig war. Ein rechtwinkliges Straßendorf, dessen schnurgerade Gassen sich perfekt kreuzten. Ein städtebauliches Juwel, dessen Grundriss man selbst heute noch im serbischen Bačko Dobro Polje erkennen kann.

Die Alten erzählten schmunzelnd, dass dieser schnurgerade Grundriss einen ganz praktischen Vorteil hatte: Wer sonntags nach dem Wirtshausbesuch ein Glas zu viel hatte, konnte sich beim Heimweg nicht verlaufen – man musste einfach immer nur geradeaus gehen, bis man am eigenen Hoftor stand und dort … in Empfang genommen wurde.                                                                       


Kiskér, Klein-Ker, Kischker – der Ort trug viele Namen, aber er war vor allem eines: eine blühende Heimat.

Doch die Geschichte forderte schwere Tribute. Auf den Fleiß der Generationen folgten die politischen Umbrüche des 2. Weltkriegs und schließlich die Jahre 1944 und 1945. Diese Jahre markieren die dunkelste Stunde unserer Ortsgeschichte. Sie brachten Gewalt, die Vertreibung und die Internierung der deutschsprachigen Bevölkerung. Das Leben, wie es unsere Großväter und Urgroßväter kannten, wurde zerschlagen.

Was bleibt uns heute, im Juli 2026?

Es bleibt die Pflicht, nicht zu vergessen. Der Name Kischker lebt nicht mehr auf den Landkarten, aber er lebt in unseren Herzen. Dank der unermüdlichen Arbeit der Heimatortsgemeinschaft Kischker wird das Erbe unserer Ahnen weiter getragen. Wir bewahren die Erinnerung an ihre Leistungen und an ihr Schicksal.

Lassen Sie uns diese Erinnerung als Brücke in die Zukunft verstehen. Als Mahnung für den Frieden und als tiefen Dank an die Generationen vor uns.

Kischker bleibt unvergessen.

Gruß W.N.





Wie ich von Freunden,
die im April 2025 Kischker besuchten hörte,
wird unser Kerchhoof vom Gestrüpp und Unrat befreit,
und für eine Neubelegung hergerichtet.

                                                                                            W.N.





2.2   VERANSTALTUNGEN  



  

 

           

Einladung zum Kischkerner Frühjahrstreffen

Herzliche Einladung an alle Kischkerer Landsleute und Freunde!
 


Das Treffen findet statt -

am  Sonntag, den 00. März 2027 ab 11:30 Uhr

Fortuna Sportgaststätte

- Kiko's Mediterrane Küche  -

https://www.kikos-restaurant.de/

Abraham-Lincoln-Allee 1 - 76149 Karlsruhe - Neureut-Kirchfeld

Tel. 0721 - 707 664 


Sagt es bitte weiter!




Verlauf des Treffens: offen

  • 11:30 Uhr   Öffnung der Gaststätte,  Beginn des Kischkerer Frühjahrtreffens
  • 12.00 Uhr   Gemeinsames Mittagessen - jeder was ihm schmeckt.
  • 13:00 Uhr   Offizielle Begrüßung
  • 13:30 Uhr   Aktuelle Themen: 
  • 17:00 Uhr   Schluss des Treffens   

Schluss und Auflösung  des Treffens gegen 17:00 Uhr



 


 

  

Kischkerer Kirchweih-Treffen 


am Sonntag, den 11. Oktober 2026 

Fortuna Sportgaststätte  - Kiko's Mediterrane Küche  -

https://www.kikos-restaurant.de/

Abraham-Lincoln-Allee 1 - 76149 Karlsruhe - Neureut-Kirchfeld

 

Sagt es bitte weiter!


Am 9. Oktober 2026 - es war der Kirchweih-Montag - sind es 82 Jahre her, 

dass die erste Wagenkolonne "Kisker" verließ,

Die Flucht mit Auflösung der Gemeinde begann. Das Unheil  nahm seinen Lauf.

So ist der Kirchweihtag auch zu einem besonderen Gedenktag für uns "Gischgeerer" geworden.

 


  •  10:30 Uhr  Treffen beim "Kischkerer Gedenkstein" auf dem Haupt-Friedhof in Neureut,                                            Alte Friedrichstr. 181, 76149 Karlsruhe. - Wir denken an unsere Toten -           
  •  11:30 Uhr   Öffnung der Gaststätte,  Beginn des Kirchweihtreffens der Kischkerer Landsleute und                               Freunde.             
  •  12.00 Uhr   Gemeinsames Mittagessen - jeder was ihm schmeckt
  •  13:00 Uhr   Offizielle Begrüßung 
  •  13:30 Uhr   Aktuelle Themen:  beim gemütlichen Beisammensein.      
  •  17:00 Uhr   Schluss des Treffens 


Schluss und Auflösung  des Treffens gegen 17:00 Uhr

  2.3         Ahnendenkmal in Bačko Dobro Polje auf dem derzeitigem Friedhof 

 

Ahnendenkmal 2017

                                                                 Foto: Okt. 2017 

Links im Hintergrund an der Kirchhofmauer sehen sie eine von
Erich Gerber †  konzipierte Memorandum-Tafel.
 

Eine Tafel hängt auch im ehemaligem Lutherheim, heute eine Gaststätte,
eine weitere im Museum in Werbaß (Vrbas) und eine im Haus St. Gerhard in Sombor. 

 

Memorandum-Tafel 

 

 

Rückseite


2.4  Kischker-Gedenkstein auf dem Hauptfriedhof in Karlsruhe - Neureut,
    um Glasgefäß mit Heimat-Erde ergänzt.

Seit der Kirchweihfeier am 6. Oktober 2007 ist am Gedenkstein Kischker auf dem Haupt-Friedhof in Karlsruhe-Neureut ein Gefäß mit Heimaterde vom Massengrab am Kischkerer Bahnhof auf einem von Landsmann Jakob Enzminger - * 1935,    - kunstvoll gefertigten Metall-Gestell angebracht. Die Erde wurde von den Eheleuten Jakob und Erika Enzminger und den Zwillingen Georg   Bechtold   und  Rosina  Bechtold (* 1934) anlässlich ihres Besuches der alten Heimat im Mai 2007 nach Deutschland mitgebracht. 

 


klick

klick

http://www.denkmalprojekt.org/2009/kischker_on_serbien.htm

 2.5  Kischkerer Heimatlied 


Du liebes Dörflein im Batschka`erland,
warst meine Heimat, als Kisker wohlbekannt.
Die trauten Gassen, geh´n mir nicht aus dem Sinn,
weil ich in Träumen, noch immer noch bei dir bin.
Weil ich in Träumen noch immer bei dir bin.


Kehrreim: Sei gegrüßt aus weiter Ferne.
Sei gegrüßt viel tausendmal....
Ach wie denk` ich an dich noch so gerne.
wir mussten ziehen über Berg und Tal.

Wir mussten fliehen, von Hab und Gut.
Die Ahnen gaben, einst ihren Schweiß und Blut.
Ruh´n unvergessen, sehr weit in jenem Ort,
den wir verlassen, aus Angst, die trieb uns fort.
Den wir verlassen, aus Angst, die trieb uns fort.

Kehrreim: Sei gegrüßt...

Mit Pferd und Wagen, da ging es hinaus.
Durch fremde Auen, nichts war wie einst Zuhaus.
Ganz ohne Hoffnung, das Ziel stets unbekannt,
trieb es uns weiter, durch Krieg und fremdes Land.
Trieb es uns weiter, durch Krieg und fremdes Land.

Kehrreim: Sei gegrüßt...

Wir zogen ruh´los durch Felder und Wald,
wohin wir kamen, die Welt war fremd und kalt.
Die Räder rollten, stets weiter ohne Rast,
viel Not und Elend, war nun bei uns zu Gast.
Viel Not und Elend, war nun bei uns zu Gast.

Kehrreim: Sei gegrüßt...

Es trüben Trauer und Heimweh den Blick,
längst war verloren, das teure Heimatglück.
Wo wir geboren, verbracht die Jugendzeit.
Du liebes Kisker. du bist so weit – so weit.
Du liebes Kisker. du bist so weit – so weit.

Kehrreim: Sei gegrüßt...

Wir zogen weiter, von Ost nach West.
Im Heimat-Glauben, bleiben wir treu und fest.
Der Herr im Himmel, mit segensreicher Hand,
führte uns treulich, zurück ins Mutterland.
Führte uns treulich, zurück ins Mutterland.

Kehrreim: Sei gegrüßt...                Ch.B./ h.e.


*****

 

Die Noten wurden bereitgestellt von H.G. Vielen Dank!

 





2.6  75 Jahre nach Flucht und Austreibung   - 2019 -                                        Sebastian Gerber


Das alljährliche Kirchweihtreffen der Kischkerer am 12. Oktober hatte ein großes Thema:

Die Flucht aus der Heimat vor 75 Jahren.

Andreas Klein, Vorsitzender der HOG, konnte in der Badnerlandhalle in Neureut immerhin noch 40 Landsleute begrüßen. Über die dramatischen Ereignisse im Oktober 1944 und deren Vorgeschichte referierte Sebastian Gerber. Er zog die Linie vom Friedensdiktat von Trianon 1920 bis hin zum Aufbruch der Trecks aus dem Dorf. Schon während des Ersten Weltkrieges kursierten in Jugoslawien Eroberungs- und Vertreibungspläne, dokumentiert in einem Elaborat von 1916.

Die „Slawisierung des Bodens“ wurde in der Zwischenkriegszeit unter dem Deckmantel der Agrarreform betrieben. Merkenswert ist die Tatsache, dass die Vojvodina schon ab dem 10. Jahrhundert königlich-ungarisches, zuletzt nach den Türkenkriegen, kaiserliches Kronland war und das Serben als Migranten aus dem Osmanischen Reich in der K.u.K.-Monarchie aufgenommen wurden. Dies war gewissermaßen der 1. Serbenzug, dem noch zwei weitere in der Zwischenkriegs- und in der Nachkriegszeit folgten.

Der Krieg zwischen Deutschland und Jugoslawien führte nach dem Bruch des Neutralitätspaktes von 1941 durch Jugoslawien zur Eskalation.

Gleichlautende Konferenzbeschlüsse aller Parteien einschließlich der Partisanen besiegelten die Vertreibung, Enteignung und Entrechtung aller Deutschen in Jugoslawien.

Der Aufbruch aus der Batschka verlief 1944 ohne offiziellen Evakuierungsplan, wie es sie in Syrmien und im Banat gab. Um den 7. Oktober gab es ein Treffen der Volksgruppenführer Basch und Janko in Sombor. Daraufhin erteile Basch dem Gebietsführer der Batschka Spreitzer die Weisung, den Aufruf zur Evakuierung an die Ortsgruppenführer hinauszugeben. Am 8. Oktober erfolgte von der Kreisleitung in Werbaß der Auftrag an der Kulturobmann Heinrich Schmidt, mit allen Bürgern den Ort zu verlassen. Am Beispiel der Gemeinden Jarek, Bulkes und Kischker ist die verworrene Situation aufzuzeigen: während aus Jarek 96% der Einwohner flüchteten, waren es in Bulkes nur 16%, in Kischker immerhin noch 58%.

Christian Demand und Jakob Schmidt sprachen als Zeitzeugen über eigene Erlebnisse, über die Auseinandersetzungen in den Familien und im Dorf, über der Frage, bleiben oder gehen.

Die Entscheidung war bald eine Kopf – bald eine Bauchentscheidung.

Die Brandstiftung durch Partisanen in der Frankschen Hanffabrik war ein eindeutiges Alarmzeichen.

Kischker bleibt ein Thema. Unsere Geschichte wie die Geschichte der Donauschwaben darf nicht in Vergessenheit geraten, indem sie von den Medien nicht in die Öffentlichkeit getragen wird, im Unterricht kaum behandelt wird und letztlich auch von der Politik übergangen ist.

Karoline Hartmann geb. Falkenstein, unsere Seniorin, Jahrgang 1920, berührte alle mit ihrem eigenen Gedicht „Aus der Batschka“, eine Liebeserklärung an die verlorene Heimat.

Komplettiert wurde die Gedenkstunde durch den vormaligen Ortvorsteher von Neureut, Herrn Jürgen Stober: Die Aufnahme der vielen Flüchtlinge 1945/46 war eine Herkulesaufgabe für die Verwaltung wie für die Bevölkerung. Wohnungszwangswirtschaft war angeordnet. Die Flüchtlinge wurden einquartiert – nicht in Lager! – und dadurch eingegliedert, um nach und nach mit den Alteingesessenen zusammenzuwachsen. Eine Gemeinschaftsleistung in größter Not, die immer gewürdigt werden muss. Auf einem ehemaligen Truppenübungsgelände nahe Neureut setzte noch 1948 eine rege Bautätigkeit ein, in Eigenleistung entstand ein neuer Ortsteil, die Kirchfeld-Siedlung.

Wir Flüchtlinge der Jahre 1945/1946 – Rückkehrer! – hielten, was wir in der Charta der Vertriebenen am 5. August 1950 feierlich erklärt hatten: „Wir werden durch harte, unermüdliche Arbeit teilnehmen am Wiederaufbau Deutschlands und Europas. Wir werden jedes Beginnen mit allen Kräften unterstützen, das auf die Schaffung eines geeinten Europas gerichtet ist“.

Dem Andenken an die Flucht folgte das Totengedenken am Kischkerer Gedenkstein auf dem Neureuter Friedhof. Andreas Klein sprach im Namen aller: „Wir sind hier versammelt, um unserer Toten zu gedenken, aller unserer Opfer von Krieg, Flucht und Vertreibung“. Gerhard Dietrich legte wie in all den Jahren zuvor seinen Kranz nieder. 

Das Gedicht „Die Toten“ von Manfred Kyler, gesprochen von Sebastian Gerber, war das angemessene Trostwort.

Die Feierstunde endete mit dem gemeinsam gesungenen Choral: „Großer Gott wir loben dich“. 

Es war doch scheen 




Díe Zeit vergeht, ich sitz un denk
an frieher, an d`rhem,
an`s Dorf ans Feld un an mei Hund
es war doch scheen gewenn.

M'r hatt sei Freínd, sei Nochbre g'hatt
an Arweít hat's nie g'feh1t,
un Owets hat m`r uf de Gass
dann mit de Leit verzehlt.

Hatt's mol wu khappert, hann se g'holf,
bei Feier, Not un Tod.
Sie hann jo vieles mitgemacht
un ware oft geploot.

Die Zeit vergeht, ich denk alleen
an fríeher, an d`rhem,
an alles, was m'r heit do fehlt.

Es war doch scheen gewenn!      

Helmut Volk